Was passiert, wenn Ihre Beleuchtungssimulationen falsch sind?

Neue Forschungsergebnisse werfen Fragen zur photometrischen Genauigkeit in branchenüblichen Formaten auf
Seit mehr als zwei Jahrzehnten verlassen sich Beleuchtungsplaner auf denselben grundlegenden Ansatz, um die Leistung von Installationen vorherzusagen. Lichtdesign-Software hat sich zum vertrauenswürdigen Stundard entwickelt, der von Branchenführern unterstützt wird und täglich von Tausenden von Fachleuten auf der ganzen Welt verwendet wird.
Photometrische Daten fließen von Herstellern in Berechnungsmaschinen, die Genauigkeit innerhalb enger Toleranzen versprechen. Auf der Grundlage dieser Simulationen laufen Projekte im Wert von mehreren Millionen Dollar ab, und niemund stellt die zugrunde liegenden Annahmen in Frage – bis die Lichter angehen und die Realität nicht mehr mit dem Rendering übereinstimmt.
Aber eine peer-reviewte Studie veröffentlicht in LEUKOS Der letzte Monat deutet auf etwas Besorgniserregendes hin: Unter bestimmten Bedingungen sind Beleuchtungssimulationstools aufgrund veralteter Datenformate, die komplexe Leuchten auf vereinfachte Punktquellendarstellungen reduzieren, möglicherweise nicht so genau wie erwartet. Die Konsequenzen sind nicht rein akademischer Natur. Einige Designer stoßen möglicherweise bereits auf unerwartete Dunkelzonen oder Blendungsprobleme, die von ihren Simulationstools nicht vorhergesagt wurden.
Die Reichweite des Problems
Die Forscher verwendeten DIALux und RELUX Softwareanwendungen – in Europa weit verbreitet – zur Modellierung von drei Arten von Leuchten und zum Vergleich der Ergebnisse mit kalibrierten Labormessungen. Während sich die Studie auf diese beiden Plattformen konzentriert, liegt das zugrunde liegende Problem in der Struktur der stundardmäßigen fotometrischen Dateiformate. Das wirft eine offene Frage auf: ob AGi32 and Visuell in Nordamerika ebenfalls auf IES-Dateiformate mit ähnlichen geometrischen Annahmen angewiesen sind, könnten vergleichbare Simulationsfehler auf allen wichtigen Plattformen vorhanden sein?
Das LEUKOS-Papier testet diese nordamerikanischen Tools nicht, zeigt aber grundlegende Grenzen auf, wie traditionelle Dateiformate räumlich komplexe Leuchten darstellen. Daher ist es vernünftig – wenn auch unbestätigt – zu überlegen, ob sich die Herausforderung auf alle Bereiche auswirkt, bis verbesserte Datenformate breiter übernommen werden.
Ein genauerer Blick auf die Fehler
Bei der von Marek Mokran an der Slowakischen Technischen Universität geleiteten Studie wurden drei Leuchtentypen anhand von Labormessungen getestet. Bei kompakten Leuchten lieferten DIALux und RELUX relativ genaue Ergebnisse – die Abweichungen lagen bei 2–6 %. Bei Leuchten mit mehreren räumlich getrennten Lichtquellen stiegen die Fehler jedoch stark an. In einer getesteten Konfiguration überstieg die Abweichung 30 % bei einem Versatz von 1 Meter – ein Szenario, das in bestimmten Klassenzimmern oder Büros nicht ungewöhnlich ist. Sogar Standard-Linearleuchten zeigten konsistente Abweichungen von 6 % bei Positionen außerhalb der Achse von einem Meter, die oft mit Arbeitsflächen korrespondieren.
Um es klar auszudrücken: Nicht bei allen typischen Installationen treten große Fehler auf. Die größten Abweichungen traten im Nahfeldbereich (innerhalb von ~1 Meter) und bei bestimmten Leuchtengeometrien auf. Bei Standard-Montagehöhen von etwa 2,5 Metern – wie sie in Büros typisch sind – betragen die Abweichungen laut Studie bei linearen Leuchten oft nur 1–2 %. Das Potenzial für größere Fehler bleibt jedoch bestehen, insbesondere wenn Designer sich auf Simulationen mit komplexen Leuchten aus nächster Nähe verlassen.